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Die Arganie

Arganie ArganbaumDie Arganie, auch Eisenholzbaum oder Arganbaum genannt, wächst im Südwesten Marokkos und gehört zu den ältesten Baumarten überhaupt. Bei der Arganie handelt es sich um ein pflanzliches Überbleibsel aus dem Tertiär, einem geologischen Zeitabschnitt der Erdneuzeit, der vor 65 Millionen Jahren begann. Die ältesten Exemplare können etwa sechs bis sieben Meter hoch werden, manche erreichen eine Wuchshöhe von bis zu 10 Metern. Charakteristisch für den Baum ist meist ein schiefer und in sich gedrehter Stamm und eine große, bis zu 20 Meter im Durchmesser erreichende Krone.1 

Die Arganie hat für Marokko eine enorme landwirtschaftliche Bedeutung. Zum einen als Holzlieferant, zum anderen fungiert sie als Zusatzweide und Zusatzfutter für Ziegen, da im heißen marokkanischen Sommer die Bodenvegetation stark vertrocknet und nur noch wenig Futter bietet. Die Tiere schaffen es, auf die oft sehr schief stehenden und weit Richtung Erdboden reichenden Äste zu klettern und sich auf diese Weise ihr Futter zu holen. Nicht nur das Laub der Arganien wird abgeweidet, auch das Fruchtfleisch der Nüsse wird gefressen bzw. von Bauern getrocknet und verfüttert.

Die  Früchte und vor allem die darin enthaltenen Kerne haben noch eine weitere wirtschaftliche Bedeutung: Sie werden zu kostbarem Öl verarbeitet, das nicht nur im Ursprungsland der Arganie selbst beliebt ist, sondern mittlerweile aufgrund seiner ihm zugesprochenen Wirksamkeit für Schönheit und Gesundheit* auch als Exportschlager gilt.

 

Die Frucht der Arganie

ArganieDie gelben, bis zu 5 Zentimeter großen Früchte des Arganienbaumes, welche als Arganpflaume bezeichnet werden, sitzen zwischen deren Blättern. Wer an das kostbare Innere der Nüsse möchte, muss zunächst das gelbe Fruchtfleisch entfernen und dann die harte Schale aufbrechen. Dort kommt das sogenannte Endosperm zum Vorschein, eine Art Nährgewebe, das die Samen umgibt. Aus diesem Gewebe wird zur Erntezeit im September das wertvolle Arganöl gewonnen.
Die Früchte werden in oft mühevoller Arbeit von den Berberfrauen Marokkos aufgesammelt und in der Sonne getrocknet. Das Fruchtfleisch wird entfernt und an die Ziegen verfüttert. Nach dem Aufbrechen der ziemlich harten Schalen wird aus den Nusskernen das wertvolle Öl gepresst. Ein dabei entstehende Rest wird wiederum an Tiere verfüttert. Um etwa ein bis zwei Kilo Öl zu erhalten, werden 100 Kilo frische Arganiennüsse benötigt. Dabei fallen als wertvolle Nebenprodukte 25 Kilo getrocknetes Fruchtfleisch und 2 Kilo Pressrückstand zum Verfüttern an.

Der in Nordafrika nur noch sehr kleine Bestand an Arganienbäumen und die sehr aufwendige Produktionsprozess machen Arganöl so kostbar und rechtfertigen auch den hohen Preis, den Verbraucher bei Interesse an diesem Pflanzenöl bezahlen müssen.


* Die Wirkung des beschriebenen Pflanzenöls ist wie viele Anwendungen in der traditionellen Pflanzenheilkunde noch nicht ausreichend wissenschaftlich belegt und geht zumeist auf traditionell überliefertes Wissen aus der Pflanzenheilkunde und der Phytotherapie zurück.

 

1 http://epub.uni-regensburg.de/28478/1/Ehrig-1974_Die_Arganie%2C_Terti%C3%A4rrelikt_in_Marokko.pdf

 

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